#76 Kinder leben langsamer als wir Erwachsenen

Shownotes

Kinder leben langsamer als wir Erwachsene.Und genau darin entstehen im Familienalltag oft Spannungen, Missverständnisse und Stressmomente.

Während wir gedanklich häufig schon drei Schritte weiter sind, sind Kinder oft noch komplett in dem Moment, in dem sie gerade stecken. Beim Spielen. Beim Erzählen. Beim Beobachten. Beim Ankommen.

In dieser Podcastfolge spreche ich darüber,

🤍 Warum Kinder Zeit anders erleben als wir Erwachsene

🤍 Weshalb Übergänge für Kinder oft so anstrengend sind

🤍 Warum unser eigenes Tempo so viel Einfluss auf den Familienalltag hat

🤍 Und weshalb Kinder uns zeigen, wie schnell unser eigenes Leben geworden ist

Es geht nicht darum, Alltag komplett zu entschleunigen oder nie wieder gestresst zu sein. Sondern darum, Kinder besser zu verstehen und vielleicht auch uns selbst ein kleines Stück mehr.

„Es gibt nicht den einen Weg, es gibt nur deinen Weg“

Deine Romina

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Transkript anzeigen

00:00:00: Hallo und herzlich willkommen beim Podcast von Familienkompass.

00:00:10: Mein Name ist Rumina, ich bin Mama, Ehefrau Sozialpädagogin und Gründerin der Familienkampasseb.

00:00:16: Dieser Podcast hier ist für alle Mamas und Papas die vor den täglichen Herausforderungen des bunten Familienalltag stehen, die offen für neue Perspektiven sind und ihren ganz eigenen und auch persönlichen Weg in Punktuärziehung finden möchten, der sich aber für alle Familiemitglieder richtig anfühlt.

00:00:30: Und heute möchte ich mit dir über ein Gedankensprechen, Kinder viel langsamer leben als wir Erwachsenen.

00:00:40: Ich würde sagen, wir starten hier direkt rein und ich freue mich, dass du da bist!

00:00:45: Hallo, ich freu mich, dass du wieder mit am Start bist hier bei einer neuen Folge vom Familienkompass-Podcast.

00:00:49: Ich hab's im Intro schon angekündigt.

00:00:51: Mir ist letztens ein Satz durch den Kopf gegangen über den ich seitdem immer nachdenken muss und zwar Kinder leben langsamer als wir Erwachsenen.

00:00:59: Und das merkt man überall im Alltag!

00:01:02: Mir fällt es zum Beispiel morgen total oft auf.

00:01:04: Ich bin gedanklich schon komplett dabei, dass wir gleich los müssen wie spät es ist und was heute alles so ansteht um meine Kinder sitzen da teilweise total entspannt am Frühstück zu erzählen gucken aus dem Fenster sind am Mahlen.

00:01:16: Und während ich ihn dann schon denke, wir müssen jetzt gleich hier wirklich weitermachen, sind die einfach komplett in diesen Moment drin.

00:01:22: und genau solche Situationen passieren im Alltag, im Familienalltag glaube Unzählige Male, weil wir Erwachsenen meistens schon drei Schritte weiter sind und unsere Kinder einfach noch im Jetzt leben.

00:01:35: Und genau deshalb fühlen sich viele Situation mit Kindern für uns Erwachsene auch so stressig an!

00:01:40: Nicht wegen der Situation als solches unbedingt sondern weil unterschiedlichen Geschwindigkeiten unterwegs sind.

00:01:48: Kinder haben einfach noch nicht dieses dauerhafte Weiterdenken im Kopf, die sitzen nicht am Frühstück sich und denken darüber nach dass wir in zwanzig Minuten los zur Arbeit müssen danach noch einkaufen und das der Termin ja später auch noch ansteht.

00:02:01: Die sind einfach gerade genau in diesem Moment.

00:02:03: die sind beispielsweise nur grade beim Frühstücken Und ich merke dass selber auch oft dass genau das im Alltag manchmal total Stress.

00:02:12: Nicht weil irgendetwas Dramatisches passiert, sondern weil ich innerlich häufig schon viel weiter bin als meine Kinder.

00:02:19: Dann denke ich mir zum Beispiel, komm, zieh jetzt bitte einfach schnell die Schuhe an während mein Kind gerade erst mal noch irgendwas erzählen möchte oder auch wenn wir unterwegs sind und irgendwo stehenbleibt, weil es irgendwie ein Fussel oder eine Blume gesehen hat.

00:02:34: Und früher haben mich solche Momente oft einfach nur gestresst als anstrengend wahrgenommen.

00:02:41: Mittlerweile merke ich aber immer mehr, dass Kinder uns eigentlich permanent zeigen wie schnell wir Erwachsenen geworden sind!

00:02:49: Wie schnell der Alltag geworden sind und wie wenig wir wirklich in diesem Moment selber sind weil selbst wenn wir körperlich irgendwo sitzen... Wir sind gedanklich häufig schon längst beim nächsten oder übernächsten Thema.

00:03:04: Und das ist ja auch kein Wunder, unser Alltag ist so voll!

00:03:07: Wir müssen funktionieren wir müssen organisieren und dann tausend Dinge gleichzeitig denken.

00:03:12: natürlich entsteht dadurch automatisch ein ganz ganz anderes Tempo und ich glaube dass wir manchmal vergessen wie viele Übergänge Kinder eigentlich jeden Tag bewältigen müssen.

00:03:23: für uns Erwachsene ist es oft einfach dieser ganz normale Alltag Jetzt gehen wir los, jetzt wird gegessen.

00:03:28: Jetzt geht's ab ins Bett.

00:03:30: Aber Kinder brauchen häufig erst mal einen Moment um innerlich überhaupt mitkommen zu können.

00:03:34: Gerade wenn Kinder am Spielen sind, sind sie oft komplett in ihrer eigenen kleinen Welt gefangen und dann erwarten wir von einer Sekunde auf die andere dass sie sofort umschalten und sich anziehen und mitkommen.

00:03:46: Und natürlich funktioniert das nicht so in diesem Zeit-Tempo wie für uns!

00:03:52: Natürlich gibt es dann einfach auch Konflikte und gewisse Spannungen Und genau aus diesen Situationen entstehen dann auch diese Konflikte unter anderem natürlich im Familienalltag, weil wir oft unterschätzen wie abrupt unser Tempo für unser Kind manchmal ist.

00:04:07: Das ist unter andermem auch ein Grund warum Kinder häufig auch emotional auf Situation reagieren die für uns als Erwachsene eigentlich total klein wirken.

00:04:16: Weil wir oft nur den nächsten Schritt sehen, Kinder aber noch mitten drin in dem vorherigen Fest stecken.

00:04:23: Und das merkt man auch beispielsweise abends finde ich total gut.

00:04:27: für uns ist klar, der Tag ist jetzt vorbei es wird jetzt sich bettfertigt gemacht und schlafen gegangen.

00:04:32: Kinder müssen aber innerlich auch erst mal runter kommen können Die müssen den Tag erst mal verarbeiten.

00:04:37: Sie brauchen vielleicht Nähe, brauchen einfach noch mehr Übergänge und dann denken wir manchmal so, warum dauert das denn jetzt wieder so lange?

00:04:45: Aber dabei sind Kinder häufig einfach nicht da wo wir Erwachsenen gedanklich schon längst sind.

00:04:51: Und wie gesagt es passiert uns glaube ich wenn du jetzt mal so dein Alltag vor Augen hält ganz ganz häufig im Alltag Wenn wir das einmal verstehen verändert das total den Blick auf viele Alltagssituation Nicht nach dem Motto Jetzt muss ich irgendwie als Mama oder Papa total ruhig reflektiert und empathisch bleiben und reagieren.

00:05:07: Darum geht es nicht, natürlich bin ich auch mal genervt und natürlich gibt es Situationen die ich denke so jetzt aber bitte mal flott hier hin machen!

00:05:15: Aber ich merke mittlerweile schneller woran das eigentlich liegt und zwar dass mein eigenes Tempo gerade komplett über dem Tempo meiner Kinder liegt.

00:05:24: Kinder können sich über Dinge Gedanken machen oder Dinge beobachten, bei denen wir Erwachsenen direkt denken würden.

00:05:30: Dafür habe ich gerade absolut gar keine Zeit.

00:05:32: und genau da prallen im Familienalltag oft diese zwei Welten aufeinander die Welt von uns Erwachsenden, die funktionieren muss und die Welt der Kinder die Entwicklung erstmal in Ruhe passieren lassen möchte.

00:05:45: Wir dürfen also erst mal verstehen, dass wir Erwachsenen innerlich ganz anders unterwegs sind als unsere Kinder.

00:05:52: Das bedeutet natürlich nicht!

00:05:53: Dass Alltag plötzlich komplett ohne Grenzen und ohne Zeitdruck abläuft... das wäre ja auch total unrealistisch.

00:06:00: Natürlich gibt es Momente in denen man sagen muss so wie müssen jetzt los?

00:06:05: Und natürlich können wir dann auch nicht immer ewig alles begleiten.

00:06:09: Aber es macht einen riesen Unterschied, ob ich meinem Kind dabei einfach nur antreibe oder ob ich erstmal verstehe warum manche Situation für Kinder schwieriger sind als für mich als erwachsene Person.

00:06:21: und allein dieses Verständnis verändert schon total viel auch in der eigenen Haltung weil man plötzlich nicht mehr durch dieses Warum dauert das jetzt schon wieder so lange im Kopf hat sondern man eher merkt ah okay mein Kind braucht gerade einfach einen Moment um innerlich mitzukommen.

00:06:37: und ehrlich gesagt glaube ich, dass wir wachsen uns manchmal auch ein kleines bisschen mehr von diesem kindlichen Tempo zurückholen dürfen.

00:06:44: Nicht komplett?

00:06:45: Natürlich nicht!

00:06:46: Unser Alltag funktioniert nun mal ganz ganz anders mit vielmehr Zeitdruck, mit viel mehr To-dos, mit vielen mehr Terminen aber vielleicht zwischendurch mal wirklich irgendwo sitzen ohne direkt an das nächste zu denken.

00:06:57: Nicht jede freie Minute muss nämlich sofort gefüllt werden Aktivität gefüllt ist, wollen wir dann auch häufig irgendwie den Moment mit Gedanken füllen was als nächstes wieder ansteht und dass man halt nicht dauerhaft diesen innerlichen Strom ausgeliefert ist.

00:07:15: Weil wie oft so sehr im Funktionieren hängen das wir gar nicht mehr merken wie schnell unser Leben eigentlich geworden ist.

00:07:22: Und ja um das jetzt nochmal in diesem Einsatz mit meinem Anfangsgedanken auf dem Punkt zu bringen Kinder leben langsamer als wir erwachsen und darüber oder das dürfen wir uns im Alltag wirklich mal bewusst machen und dafür mehr Verständnis aufbringen, um so halt auch gewisse Situationen durch einen anderen Blickwinkel zu sehen.

00:07:42: Und ich hoffe sehr dass du aus dieser Folge die jetzt in ein oder anderen Gedanken mitnehmen konntest.

00:07:47: und denk immer dran es gibt nicht den einen Weg Es gibt nur dein Weg Deine Romina.

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