#78 Wenn unsere Erwartungen größer sind als die Entwicklung

Shownotes

„Ich hab's doch schon so oft erklärt.“

Ein Satz, den wahrscheinlich alle Eltern schon einmal gedacht haben. Wir erklären, erinnern, begründen und trotzdem scheint unser Kind manches einfach nicht umzusetzen. Schnell entsteht dann Frust. Nicht, weil wir zu viel erwarten wollen, sondern weil wir oft unbewusst davon ausgehen, dass Verstehen und Umsetzen dasselbe sind.

In dieser Podcastfolge sprechen wir darüber:

🤍 Warum unsere Erwartungen nicht immer mit dem Entwicklungsstand zusammen passen

🤍 Warum Kinder Situationen anders erleben und bewerten als Erwachsene

🤍 Und wie ein entwicklungsorientierter Blick mehr Gelassenheit in den Familienalltag bringt

Denn die Herausforderung liegt nicht darin, dass Kinder nicht wollen, sondern darin, dass wir etwas erwarten, das gerade noch wachsen darf. 💛

„Es gibt nicht den einen Weg, es gibt nur deinen Weg“

Deine Romina

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Transkript anzeigen

00:00:07: Hallo und herzlich willkommen beim Podcast vom Familienkompass.

00:00:10: Mein Name ist Romina, ich bin Mama, Ehefrau Sozialpädagogin und Gründerin der Familienkampasseb.

00:00:15: Und dieser Podcast hier ist für alle Mamas und Papas die vor den täglichen Herausforderungen des bunten Familienalltags stehen, die offen für neue Perspektiven sind und ihren ganz eigenen und auch persönlichen Weg in Punkte Erziehung finden möchten, der sich aber für alle Familiemitglieder richtig anfühlt.

00:00:30: In der heutigen Podcast-Folge möchte ich über etwas sprechen das wir im Alltag immer mal wieder begegnet nennen mich darüber dass Kinder oft Fähigkeiten erwarten, die sie gerade erst entwickeln.

00:00:41: Ich freu mich, dass du mit am Start bist und wir gehen wieder direkt rein!

00:00:45: Hallo schön, dass Du wieder mit dabei bist hier bei einer neuen Folge vom Familienkompass-Podcast.

00:00:50: ich habe es im Intro schon angekündigt.

00:00:51: heute geht es um unsere Erwartungen an unser Kind, die manchmal gar nicht mit dem aktuellen Entwicklungsstand unseres Kindes zusammen passen Und ich glaube wie Eltern kennen viele Alltagssituation das wir unserem kind etwas erklären und aus unserer Sicht Er gibt das auch total Sinn.

00:01:08: Wie beispielsweise, wenn wir unseren Kind sagen, so wenn wir uns jetzt beeilen, dann haben wir später auf dem Spielplatz noch mehr Zeit oder?

00:01:14: Wenn du dein Zimmer aufräumst findest du deine Sachen viel schneller wieder und in unserem Kopf ist das total logisch.

00:01:20: Da gibt es einen Zusammenhang, da gibt es Ursache und Wirkung.

00:01:23: Und dann schaut unser Kind an und macht gefühlt genau das Gegenteil von dem was wir hier gerade weit und breit erklärt haben.

00:01:30: An solchen Situationen oder an solchen Stellen höre ich Eltern ganz oft sagen Das versteht mein Kind doch.

00:01:37: Oder ich habe es ihm doch erklärt.

00:01:39: und natürlich verstehen Kinder einzelne Wörter oder auch einzelne Zusammenhänge, aber das bedeutet noch lange nicht dass die Situationen so verarbeiten und so einordnen können wie wir Erwachsene tun.

00:01:50: Wir vergessen manchmal wie viele Fähigkeiten in unserem Alltag für uns völlig selbstverständlich geworden sind.

00:01:57: Voraus denken zum Beispiel oder Konsequenzen abschätzen, oder ein aktuelles Bedürfnis zurückstellen weil wir wissen hey am Ende des Tages wartet da noch was größeres auf uns!

00:02:08: Für uns läuft das ganz automatisch ab.

00:02:10: Wir denken gar nicht mehr groß darüber nach.

00:02:12: Kinder lernen aber genau diese Fähigkeit erst nach und nach.

00:02:16: Deshalb funktioniert auch vieles nicht so wie wir wachsen und das vorstellen.

00:02:21: Nicht weil unsere Kinder nicht hören oder weil sie Stuhl sind, oder uns auf irgendeine Art und Weise ärgern wollen sondern weil wir häufig mit Fähigkeiten argumentieren die Sie gerade erst entwickeln.

00:02:32: Wenn ich meinem Kind beispielsweise sage, wenn wir jetzt schnell losgehen haben wir später noch mehr Zeit auf den Spielplatz.

00:02:37: Dann ist das ja grundsätzlich auch richtig und wichtig.

00:02:40: natürlich sollen Kinder solche Zusammenhänge auch lernen können aber gleichzeitig darf Ich nicht erwarten dass dieses Argument für mein kind dieselben Bedeutung hat wie für mich.

00:02:50: denn während ich gedanklich dann schon diesen ganzen Tagesablauf durch gehe Und dann schon beim Spielplatz gedanklich bin, ist mein Kind vielleicht gerade noch dabei sich das Kuscheltier für den Tag auszusuchen oder beobachtet den Käfer auf dem Straßenrand.

00:03:04: Oder möchte mir gerade noch diese eine wichtige Geschichte zu Ende erzählen und hier im Podcast oder auch generell Spreche ich ja ganz, ganz viel darüber.

00:03:12: Dass Kinder viel stärker im Hier- und Jetztleben als wir Erwachsenen.

00:03:17: Und genau das spielt auch hier wieder eine ganz große Rolle.

00:03:20: Kinder beschäftigen sich oft mit dem was gerade vor ihnen liegt.

00:03:24: Mit dem was sie fühlen, mit dem wat sie sehen... ...mit dem was die grade erleben!

00:03:28: Wir Erwachsenden bewegen uns dagegen ständig zwischen Vergangenheit, Gegenwart & Zukunft.

00:03:33: Wir denken an morgen, an später, an nächste Woche.. ..und Kinder tun das deutlich weniger.

00:03:39: Diese, ich nenne es jetzt mal Fähigkeit entwickelt sich halt erst mit der Zeit.

00:03:43: Obwohl ich muss sagen Ich finde ist halt eher die Fähigkeiten von unseren Kindern mehr im Hier und Jetzt zu sein.

00:03:49: aber naja Es erklärt auf jeden Fall so viele Situationen Im Familienalltag wie zum Beispiel auch diese klassischen Diskussion bei denen wir irgendwann denken.

00:03:58: Das ergibt doch eben hier gar keinen Sinn.

00:04:01: Aus erwachsenen Sicht vielleicht nicht, aber aus Kindersicht oft schon!

00:04:05: Denn Kinder bewerten Situationen oft ganz anders als wir.

00:04:09: sie orientieren sich viel stärker an ihrem Unmittelbaren erleben.

00:04:13: Gefühle spielen dabei nämlich auch eine ganz große Rolle und Bedürfnisse spielen da auch eine große Rolle.

00:04:19: Und das bedeutet nicht dass Kinder unlogisch denken.

00:04:22: ihre Logik basiert nur auf anderen Voraussetzungen.

00:04:26: Und wenn ein Kind zum Beispiel völlig verzweifelt ist, weil das Toast falsch geschnitten wurde, dann wirkt es auf uns Erwachsene in diesem Moment total übertrieben.

00:04:36: Wir schauen auf das Toas und denken ... Das schmeckt doch eh gleich!

00:04:39: Also wo ist denn hier gerade eigentlich das Problem?

00:04:42: Das Kind erlebt aber in dem Moment nicht nur dieses klassische Mein-Trostes-Falschgeschnitten.

00:04:49: Das Kind erlebt die Enttäuschung beispielsweise im Moment Weil vielleicht der Morgen sowieso schon total anstrengend war, weil schon vorher einiges schief gelaufen ist.

00:04:58: Vielleicht ist unser Kind auch müde oder es überfordert und dann geht das gar nicht mehr um dieses Toast.

00:05:04: wie gesagt Es geht einfach um die erlebte Enttäuschung.

00:05:09: Kinder bewerten Situation häufig nicht nach ihrer objektiven Wichtigkeit, so wie wir erwachsen das tun.

00:05:15: Sie erleben Situationen emotional und genau deshalb helfen reine Erklärungen oft nicht so gut, wie wir Erwachsenen uns das an der einen oder anderen Stelle häufig wünschen.

00:05:26: Viele Eltern versuchen dann noch mehr zu erklären – noch ausführlicher, noch logischer!

00:05:31: Dabei fehlt dem Kind gar nicht noch mehr Informationen.

00:05:34: Häufig fehlt ihm einfach nur die Fähigkeit diese Information genauso einzuordnen als wir.

00:05:41: Und ich finde, dass es ein unglaublich entlastender Gedanke auch.

00:05:45: Denn plötzlich verändert sich die Frage statt zu denken warum versteht mein Kind das nicht?

00:05:51: Können wir dann anfangen zu denken ist das vielleicht eine Fähigkeit, die mein Kind gerade erst noch am Lernen ist?

00:05:58: und das macht diesen riesengroßen Unterschied denn dann schauen wir nicht mehr auf unser Kind das etwas nicht kann oder nicht will sondern auf ein Kind das grade in der Entwicklung drin ist.

00:06:09: und Entwicklung braucht Zeit.

00:06:11: Keiner würde erwarten, dass ein Kind nach einmal Fahrrad fahren schon total sicher fahren kann und keiner würde auch erwarten das ein Kind noch einem Tag üben schon richtig gut lesen kann.

00:06:22: Bei sozialen und emotionalen Fähigkeiten vergessen wir das Ganze aber manchmal.

00:06:26: da erklären wir etwas einmal und hoffen insgeheim, dass es dann auch direkt funktioniert.

00:06:31: dabei sprechen wir über Fähigkeit die sich über viele, viele Jahre entwickeln dürfen.

00:06:37: Vorausdenken, Impulskontrolle, die Frustrationstoleranz, die Perspektivübernahme – all das entsteht nicht von heute auf morgen.

00:06:45: und genau deshalb brauchen Kinder Wiederholung!

00:06:48: Weil Lernen einfach genauso funktioniert egal um welches Lernfeld es im Leben geht.

00:06:53: Kinder müssen Erfahrung machen sie müssen Zusammenhänge immer und immer wieder erleben.

00:06:58: Sie müssen Situationen immer wieder durchlaufen Und wir begleiten sie dabei wir erwarten, dass sie schon alles können sondern indem wir verstehen das Sie gerade dabei sind es zu lernen.

00:07:09: Denn ganz oft erwarten wir von Kindern Fähigkeiten die sie gerade erst noch lernen dürfen.

00:07:16: Und wenn wir das im Hinterkopf behalten, entsteht häufig viel mehr Verständnis.

00:07:20: Mehr Geduld und vor allen Dingen auch mehr Gelassenheit.

00:07:23: nicht weil es plötzlich einfacher wird sondern weil wir besser verstehen was in unserem Kind eigentlich gerade passiert.

00:07:30: und vielleicht ist genau dass auch der wichtigste Gedanke hier aus dieser Podcastfolge Kinder müssen nicht alles sofort können nur weil wir ihn dann einmal oder zweimal oder dreimal erklärt haben.

00:07:41: viele Fähigkeiten die für uns Erwachsenen selbstverständlich sind entwickeln sich über die Jahre und genau deshalb brauchen Kinder nicht nur unsere Erklärung sondern vor allem unsere Begleitung auf diesem Weg.

00:07:53: Und ich hoffe sehr, dass Du, die aus dieser Podcast-Folge den ein oder anderen Gedanken mitnehmen konntest und wenn dir der Familienkompost-Podcast gefällt freue ich mich natürlich auch riesig.

00:08:02: Wenn du ihn mit fünf Sternen bewertest oder die Folge auch an eine Mama oder einen Papa weiter schickst sie teils, die sich genau das vielleicht auch öfter mal im Alltag bewusst werden lassen darf.

00:08:13: Und denk immer dran es gibt nicht den einen Weg Es gibt nur dein Weg Deine Romina.

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