#80 Vieles hat weniger mit deinem Kind zu tun, als du denkst
Shownotes
Manche Verhaltensweisen unserer Kinder lassen uns erstaunlich gelassen bleiben. Andere bringen uns innerhalb weniger Sekunden auf die Palme.
Aber warum eigentlich?
Warum stört die eine Mutter das Chaos im Kinderzimmer kaum, während es eine andere wahnsinnig macht? Warum können manche Eltern mit Lautstärke wunderbar umgehen, während andere schon nach kurzer Zeit völlig angespannt sind?
In dieser Podcastfolge sprechen wir darüber:
🤍 Warum unsere Reaktion manchmal mehr über uns aussagt als über unser Kind
🤍 Welche Rolle unsere eigenen Erfahrungen und Prägungen dabei spielen
🤍 Wie wir solche Situationen nutzen können, um nicht nur unser Kind, sondern auch uns selbst besser zu verstehen
Denn manchmal liegt die eigentliche Entwicklung nicht bei unserem Kind, sondern bei uns selbst.
„Es gibt nicht den einen Weg, es gibt nur deinen Weg“
Deine Romina
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Transkript anzeigen
00:00:00: Hallo und herzlich willkommen beim Podcast vom Familienkompass.
00:00:11: Mein Name ist Romina, ich bin Mama, Ehefrau, Sozialpädagogin und Gründerin der Familien-Kompass-App.
00:00:15: Und dieser Podcast ist für alle Mamas und Papas die vor den täglichen Herausforderungen des bunten Familienalltag stehen wie offen für neue Perspektiven sind und auch persönlichen Weg in Punktuaizierung finden möchten, der sich aber für alle Familienmitglieder richtig anfühlt.
00:00:30: Und in der heutigen Podcast-Kolge sprechen wir darüber warum Kinder uns genau das zeigen was wir an uns selbst manchmal nicht so gerne mögen!
00:00:38: Es ist ein super spannendes Thema und ich freue mich dass du wieder mit dabei bist und wir starten direkt los.
00:00:44: Hallo, schön dass du wieder mit am Start bist hier bei einer neuen Podcastfolge vom Familienkompass-Podcast.
00:00:49: Heute möchte ich mit dir über ein Thema sprechen das ich bei uns zu Hause schon das eine oder andere Mal beobachtet habe und das wahrscheinlich viele viele Eltern kennen wie Du weißt.
00:00:57: wir haben zwei Kinder eine Tochter und einen Sohn und wenn ich ganz ehrlich bin dann gibt ist Verhaltensweisen von unserer Tochter, die mich deutlich schneller auf die Palme bringen als sie es bei Dennis tun.
00:01:08: Gleichzeitig gibt es Verhaltenzweisen von unserem Sohn, bei denen ich relativ entspannt bleibe und Dennis deutlich schneller genervt
00:01:15: ist.".
00:01:15: Und dann habe ich mich irgendwann mal gefragt, warum ist das eigentlich so?
00:01:18: Warum reagieren wir als Eltern manchmal so unterschiedlich auf ein- und dieselbe Situationen?
00:01:24: Warum kann ein Verhalten bei einer Person völlige Gelassenheit auslösen?
00:01:28: Und genau darüber möchte ich heute mit dir sprechen.
00:01:34: Denn häufig denken wir bei Konflikten mit unseren Kindern zuerst an das Verhalten unseres Kindes, wir schauen darauf was hat unser Kind gemacht?
00:01:41: Was hat es gesagt?
00:01:42: Was ist hier gerade schief gelaufen?
00:01:44: und viel seltener schauen wir da drauf was dieses Verhalten eigentlich in uns auslöst.
00:01:50: aber oft liegt genau da der Schlüssel.
00:01:52: nehmen wir mal ein ganz ganz einfaches Beispiel Ein Kind ist eher unordentlich ein bisschen chaotisch, die Jacke landet irgendwo.
00:01:59: Die Schuhe stehen mitten im Flur und das Kinderzimmer sieht dann nach fünf Minuten schon wieder so aus als hätte er einen kleinen Tonnado gewütet Und die eine Mutter zuckt nur mit den Schultern und denkt sich, komm, räumen wir später auf!
00:02:10: Und die andere Mutter merkt sofort wie sie sich bei ihr innerlich was zusammenzieht.
00:02:15: Oder nehmen wir mal das laute Kind.
00:02:18: Für manche Eltern ist es überhaupt gar kein Thema, die nehmen das kaum wahr und andere merken schon nach kurzer Zeit angespannt sie durch diese Lautstärke werden.
00:02:27: Und genau darin sieht man etwas ganz, ganz Wichtiges!
00:02:30: Es geht nicht um das Verhalten oder nicht nur um das verhalten des Kindes.
00:02:35: es geht vor allen Dingen auch darum was dieses Verhalten in uns selbst berührt und welchen Stellenwert wir als Eltern diesem Verhalten geben.
00:02:43: entweder bewusst oder unterbewusst.
00:02:45: denn wenn wir ehrlich sind gibt es verhaltensweise unserer Kinder die uns, ja ich würde das mal sagen relativ egal sind.
00:02:51: und dann gibt es aber auch Verhaltensweisen bei denen wir innerhalb von Sekunden emotional reagieren.
00:02:57: Und nicht unbedingt immer laut nach außen, aber auf jeden Fall innerlich!
00:03:00: Da merken wir's definitiv und genau da wird es spannend denn häufig reagieren wir besonders stark auf Dinge, die etwas mit uns selbst zu tun haben.
00:03:09: Und vielleicht warst du als Kind selbst eher laut?
00:03:12: Du warst eher wild voller Temperament und hast immer wieder gehört bekommen dass du anstrengend bist dass du leiser sein sollst, das du dich bitte doch mal zusammenreißen solltest.
00:03:22: Dann kann es ganz natürlich sein, dass dich die Lautstärke deines eigenes Kindes heute viel stärker beschäftigt als andere Eltern!
00:03:30: Weil du dadurch einfach ja diesen inneren Kompass angelernt bekommen hast, leise zu sein.
00:03:36: und es geht nicht darum, dass dein Kind dann vielleicht außergewöhnlich laut ist sondern weil dieses Verhalten etwas Altes in dir selber berührt.
00:03:43: Oder du warst vielleicht eher das Kind, dass funktioniert hat.
00:03:46: Dass ordentlich war, dass zuverlässig war, in Anführungsstrichen keine Probleme gemacht hat?
00:03:51: Dann kann ein eher verträumtes chaotisches impulsives Kind manchmal unglaublich herausfordernd sein nicht weil Chaos objektiv etwas Schlimmes ist sondern weil du dir selbst vielleicht nie erlaubt hast so zu sein beziehungsweise dir selber nie erlaubt wurde so zu seien.
00:04:09: angepasst sein muss es.
00:04:11: Und bevor hier jetzt ein Missverständnis entsteht, das bedeuten natürlich nicht dass jeder Konflikt mit unserem Kind automatisch etwas mit unserer eigenen Kindheit und unsere eigenen Vergangenheit zu tun hat.
00:04:22: Ich glaube wir sind uns alle einig Kinder können anstrengend und laut sein und Kinder können natürlich auch chaotisch sein und unseren unsere Grenzen bringen.
00:04:29: Darum geht es überhaupt nicht.
00:04:30: Es geht viel mehr darum neugierig zu werden.
00:04:33: Nicht auf das Verhalten unseres Kindes, sondern in diesem Moment auf unsere eigene Reaktion!
00:04:39: Denn oft verrät unsere Reaktionen viel mehr über uns als über unser Kind oder irgendeine andere Person.
00:04:46: und wenn wir anfangen uns zu fragen puh warum trifft mich das gerade so?
00:04:50: Was macht mich an dieser Situation so wütend?
00:04:53: und vielleicht auch mal schauen hey warum berührt dass mein Partner meine Partnerin gerade überhaupt gar nicht, dann verändert sich der Blick auf die Situation.
00:05:02: Denn plötzlich entsteht Abstand!
00:05:04: Man reagiert nicht nur man beginnt zu reflektieren.
00:05:08: und genau das ist für mich der eigentliche Mehrwert hinter diesem Gedanken.
00:05:12: Nicht damit wir uns selbst jeden Tag über analysieren oder in jeder Alltagssituation auf Spurensuche gehen sondern damit wir verstehen dass zwischen dem Verhalten unseres Kindes und unserer Reaktion darauf noch etwas ganz anderes liegt, nämlich unsere eigene Geschichte.
00:05:29: Viele Eltern verurteilen sich sehr schnell selbst.
00:05:32: Wir denken dann, warum habe ich mich schon wieder so aufgeregt?
00:05:35: Warum wurde ich wieder laut?
00:05:37: Warum hat mich das so getriggert?
00:05:38: Dabei ist die viel spannendere Frage oft Was möchte mir diese Situation eigentlich zeigen?
00:05:44: Vielleicht zeigt sie mir, dass ich selber gerade völlig erschöpft und am Limit bin.
00:05:48: Vielleicht will sie mir auch zeigen, dass sich zu hohe Ansprüche an mich selber oder auch an meinen Kind habe?
00:05:53: Oder vielleicht zeigt Sie mir, das ich bei bestimmten Themen besonders empfindlich reagiere.
00:05:58: Und genau dort beginnt die Entwicklung und zwar diesmal für uns selbst.
00:06:02: Denn wenn wir verstehen warum uns bestimmte Dinge so stark treffen Können wir bewusste entscheiden, wie wir damit umgehen möchten?
00:06:10: Dann wird nämlich aus einem Trigger plötzlich eine Information mit der wir sozusagen arbeiten können.
00:06:17: Und wenn du bei der nächsten Situation deine alte Geschichte dann wiedererkennst, dann schau doch mal ob du diese Geschichte nicht umschreiben möchtest.
00:06:26: Weil wir dürfen nicht vergessen!
00:06:27: Wir sind mittlerweile eine erwachsene Person und nicht mehr das kleine Kind von früher.
00:06:32: Wenn du also etwas umschreiben möchtes, dann kannst du das tun.
00:06:36: Versuch doch einfach beim nächsten Mal Mitkaus zu machen oder mach dich mit im Garten oder auf dem Spielplatz oder wo auch immer mitschmutzig und seid zusammen laut mit deinem Kind und singt und tanzt.
00:06:46: Und natürlich ist das Ganze ein Lernfeld.
00:06:49: Unsere Tochter zum Beispiel, die super, super kreativ und ich absolut gar nicht!
00:06:54: Dachte ich bis vor kurzem zumindest immer... Als Kind war auch wirklich kreative.
00:06:59: Ich habe mich dann mal hingesetzt und meine eigenen Kindheit in Vergangenheit gewühlt und dann sind so Bilder aufgeplöppt wo ich mich im Wohnzimmer, an unserem Wohnzimmertich hab sitzen sehen.
00:07:09: Ich habe alles Mögliche gemacht in jeglicher kreativen Hinsicht und aufgrund von verschiedenen Dingen ist mir das im Laufe meiner Geschichte verloren gegangen bzw es ist nicht verloren, es ist irgendwie nur versteckt irgendwo in der Ecke oder vergraben.
00:07:23: Und ich bin gerade dabei das ganze wieder aufzubuddeln beziehungsweise herauszuholen weil meine Tochter einmal zu mir meinte Mama mal doch einfach mal mit!
00:07:31: Das macht Spaß.
00:07:32: und da habe ich erkannt Es geht gar nicht um dieses Endprodukt, ob das jetzt am... Ende super schön aussieht, sondern es geht einfach um den Prozess und dem Prozess der Spaß macht.
00:07:42: Und mittlerweile bin ich mit der Überlegung am Spielen, ob ich mir mal für mich selber so ein kleines Malzett hole, um das einfach mal wieder ausleben zu lassen.
00:07:50: Vielleicht ist genau auch das der Gedanke, den ich dir heute mitgeben möchte.
00:07:54: Unsere Kinder zeigen uns manchmal Seiten von und selbst, die wir lange lange nicht angeschaut haben.
00:08:00: Auch wenn das vielleicht nicht immer so angenehm ist kann genau darin eine ganz große Chance lieben Und zwar die Chance, nicht unser Kind besser zu verstehen.
00:08:09: Das wollen wir ja ganz, ganz oft in der Eltern scharf!
00:08:11: Aber diesmal geht es um die Chance uns selbst besser kennenzulernen und gleichzeitig auch mehr Verständnis für uns selber zu gewinnen.
00:08:19: Ich hoffe so sehr dass du aus dieser Podcastfolge den einen oder anderen Kult für dich mitnehmen konntest weil mein Lieblingssatz ist ja Es gibt nicht den einen Weg, es gibt nur deinen Weg.
00:08:29: das gilt natürlich für dein Kind, für deine Familie aber auch für dich selbst.
00:08:33: Und jetzt wünsche ich dir einen ganz, ganz tollen Morgen oder schönen Abend nachdem man diese Podcast voll gehört.
00:08:39: Ich freue mich aufs nächste Mal!
00:08:41: Deine Romina.
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